Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Eppingen (Landkreis Heilbronn) 
Jüdischer Friedhof

Jewish Cemetery - Cimetière juif  
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                
    
Siehe Seite zur Synagoge in Eppingen (interner Link)    
   
   
Zur Geschichte dieses Friedhofes              
    
Die Toten der jüdischen Gemeinde Eppingen wurden zunächst in Oberöwisheim und Heinsheim beigesetzt. 
    
Seit 1818/19 bestand in Eppingen ein eigener Friedhof in der Flur "Großer Hellberg" am Ende der heutigen Weinbrennerstraße (Flurstück 28544, Fläche 41,06 a). Der Friedhof diente auch den umliegenden Gemeinden als Begräbnisstätte. Am Eingang befindet sich ein Ehrenmal für die aus Eppingen, Gemmingen, Mühlbach und Richen gefallenen jüdischen Gemeindeglieder des Ersten Weltkriegs sowie ein neueres Denkmal "Siehe, der Stein schreit aus der Mauer" mit in Beton gefassten Grabsteinfragmenten. 
    
    
Aus der Geschichte des Friedhofes  
Friedhofschändung (1928)   

Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Dezember 1928: "Karlsruhe. Mit der Friedhofsschändung in Eppingen in Baden am 28. November (1928) hat die Zahl der Schändungen auf jüdischen Friedhöfen 68 erreicht." (sc. es wurde seit 1923 gezählt). 

    
    
Die Lage des Friedhofes  

Eppingen FriedhofPlan.jpg (126315 Byte)
Lage des jüdischen Friedhofes Eppingen
 (durch Pfeil markiert)
(Topographische Karte aus den 1970er-Jahren) 
Lage des jüdischen Friedhofes in Eppingen auf dem dortigen Stadtplan: 
oben anklicken und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" 
weiterklicken zu "Friedhof, jüd., Eppingen"

Link zu den Google-Maps   
(Friedhof markiert durch grünen Pfeil) 
    

Größere Kartenansicht  
     
     
     
Fotos
Neuere Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.9.2003)

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Das Eingangstor   Hinweisschild   Denkmal für die Gefallenen 
des Ersten Weltkrieges  
    
      
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Denkmal "Siehe, der Stein 
schreit aus der Mauer"  
Teilansichten  
  
   
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Teilansichten   Kindergrab  
   
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Gerichtsengel (wie unten in sw)   Levitenkanne   Segnende Hände der Kohanim  
     
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Aufgeschlagenes Buch (Symbol des 
"Schriftgelehrten") und Eichenlaub
Ineinandergelegte Hände als Zeichen 
inniger Verbundenheit
Auge Gottes und Schofar  
  
     
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Grabsteingruppe  
  
Engelsgestalt  
  
Krone, Schofar, aufgeschlagenes Buch
 und Levitenkanne  

  
Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)

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 Teilansichten des Friedhofes  Gefallenendenkmal (Erster Weltkrieg)
 am Eingang des Friedhofes
 
   
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Gerichtsengel    Krone, Schofar, aufgeschlagenes 
Buch und Levitenkanne  
Abraham bei der Bindung ("Opferung") 
seines Sohnes Isaak  
 
     
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Löwen und Levitenkanne 
mit Schale  
Schofar (Widderhorn) als Symbol für einen, der 
dieses an den Hohen Feiertagen geblasen hat  
Schmetterling - Symbol für ein 
neues Leben in der Ewigkeit  
     
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Ineinandergelegte Hände als 
Zeichen inniger Verbundenheit
Oben und unten: Fotos von R. Klotz (um 1970)  
 
   
 Fotos um 1970   Eppingen Friedhof 222.jpg (75160 Byte) Eppingen Friedhof 223.jpg (109024 Byte)
      
bulletWeitere Fotos und Pläne des Friedhofes: hier anklicken  

         
         
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte        

Oktober 2019: Zwei Grabsteine für 1939/40 verstorbene jüdische Personen werden aufgestellt                                      

Artikel von Armin Guzy in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom 2. Oktober 2019: "Eppingen. Jetzt haben alle Toten auf dem jüdischen Friedhof wieder einen Namen
In einer außergewöhnlichen Zeremonie zwei Grabsteine für zwei längst Verstorbene aufgestellt - Ihre Würde zurückgegeben
Eppingen.
Als Heinrich Vogel den selbstgezimmerten Sarg mit dem Leichnam Leopold Dreifus’ den Hügel hinauf zum Friedhof fährt, wird er von Eppinger Bürgern angepöbelt, Steine fliegen. Vogel wird, so ist es überliefert, sogar verletzt, lässt sich aber nicht davon abhalten, den Verstorbenen zu bestatten. Es ist der 31. Mai 1939, und Leopold Dreifus war Jude. Seit 1933 regieren die Nationalsozialisten, und ihre aus Rassenwahn geformten Gesetze treffen selbst die Toten: Sie verhindern, dass für Juden ein Grabstein aufgestellt werden darf. Weil Dreifus’ Witwe Elsa wenige Monate später deportiert und in Auschwitz ermordet wird, sein Sohn Alfred das KZ zwar überlebt, aber wenig später stirbt, und Dreifus’ Tochter Paula verschollen ist, gibt es jahrzehntelang nichts, was noch auf den in Richen geborenen Viehhändler hinweist. Die Nazis nehmen ihm so seinen Namen und seine Würde und verhindern zudem das Erinnern an einen Menschen, der lange Zeit ein Teil dieser Stadt war.
Nicht anders erging es Ricke Rosa Eisemann aus Stebbach. Wer die unverheiratete und kinderlose Jüdin am 25. März 1940 auf ihrem letzten Weg zum Friedhof auf dem Hellberg begleitete, und ob sich ähnliche Szene wie bei Dreifus abspielten, ist nicht bekannt. Sicher ist jedoch, dass sie die letzte Jüdin ist, die seither dort bestattet wurde. Und auch ihr wurde ein Grabstein verwehrt. Bis zum Mittwoch, als eine kleine Delegation im strömenden Regen um zwei Grabsteine versammelt steht, die so gar nicht zu ihren moosbewachsenen, teils verwitterten Nachbarn ringsum zu passen scheinen. Die jüngsten Grabmäler hier sind 80 Jahren alt, das erste Grab wurde vor 200 Jahren ausgehoben. Längst haben alle eine Patina. Die zwei neuen, vom Mühlbacher Bildhauer Manfred Holz angefertigten Steine sind hingegen noch hell und makellos. Gerade wurden sie bei einer außergewöhnlichen Zeremonie enthüllt. Die Namen darauf sind gut lesbar, und über beiden glänzt ein kleiner goldener Davidstern. Badens Landesrabbiner Moshe Flomenmann spricht in singendem Ton ein Gebet. Danach werden Steinchen gesucht und auf die neuen Gräber gelegt. Kleine Symbole der Ewigkeit. Die Rührung, aber auch die Freude vieler Anwesender sind nicht zu übersehen. 'Indem wir Ricke Rosa Eisemann und Leopold Dreifus einen Grabstein geben, setzen wir ein wichtiges Zeichen gegen das Vergessen', sagt Gemmingens Bürgermeister Timo Wolf, und Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke spricht von einem 'guten und wichtigen Zeichen', von einem Zeichen dafür, 'dass jüdisches Leben in Eppingen unvergessen bleibt' und 'uns jüdische Bürger willkommen sind'.
'Der Friedhof spielt eine herausragende Rolle für die jüdische Gemeinde', erläutert Rabbi Flomenmann: 'Bevor man eine Synagoge baut, braucht man eine Mikwe (ein rituelles Bad) und einen Friedhof.' Beide haben in Eppingen das Nazi-Regime überlebt; die große Synagoge in der Kaiserstraße hingegen, die von der jahrhundertelangen jüdischen Tradition in der Fachwerkstadt zeugte, wurde bei den Novemberpogromen 1938 durch Brandstiftung zerstört und zwei Jahre später abgerissen. Der Rabbiner spricht an den beiden Gräbern von einem 'ganz besonderen Moment', von zurückgegebener Würde und einem guten Miteinander. Er erinnert aber auch an die wieder steigende Zahl der Angriffe auf Juden in Deutschland. Damals, bei der Bestattung von Leopold Dreifus, hatte Heinrich Vogel Mitmenschlichkeit und enormen Mut gezeigt. Heute steht sein Sohn, Heinrich (Heiner) Vogel junior, stolz genau an der Stelle, an der sein Vater dem jüdischen Mitbürger die letzte Ehre erwies. Und auch sein Enkel, Reinhardt Ihle, wird als Stadtrat und Heimatfreundevorsitzender nicht müde, vor rechten Tendenzen zu warnen. Es mache Hoffnung, sagt Gabriel Albilia, der bei der israelitischen Religionsgemeinschaft Zuständige für jüdische Friedhöfe in Baden und Südfrankreich, 'wie viele nicht-jüdische Menschen sich mit dem Judentum beschäftigen'. Er hatte sich gemeinsam mit Elisabeth Hilbert vom Verein 'Jüdisches Leben Kraichgau' vor zwei Jahren gefragt, ob man die untersagte Grabsteinaufstellung eigentlich nachholen kann. Weil das Ansinnen so neu und ungewöhnlich war, mussten sich erst der Oberrat und der Landesrabbiner mit der theologischen Seite der Frage befassen. Beide gaben schließlich ihre Zustimmung, und auch die beiden Kommunen Eppingen und Gemmingen zogen sofort mit.
Der jüdische Verbandsfriedhof in Eppingen wird in diesem Jahr 200 Jahre alt. 744 Menschen sind hier bestattet. Nun haben sie alle wieder einen Namen."
Link zum Artikel    

  
    

Links und Literatur  

Links:   

bulletWebsite der Stadt Eppingen  
bulletVerein "Jüdisches Leben Kraichgau e.V."    
bulletWebsite des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Eppingen  
bulletZur Seite über die Synagogen in Eppingen (interner Link)  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Eppingen   
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Eppingen sind nur vorhanden:   
J 386 Bü. 174 Eppingen  Gräberverzeichnis mit den in Eppingen aus folgenden Orten beigesetzten Personen: Stebbach, Schluchtern, Richen, Mühlbach, Ittlingen, Gemmingen, Eppingen http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-442500            
 
Hinweis auf die Dokumentation der jüdischen Grabsteine in Baden-Württemberg des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg   
Im Bestand  https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=24368  auf der linken Seite bei "Eppingen" über das "+" zu den einzelnen Grabsteinen; es sind 734 Grabsteine dokumentiert (mit Fotos).     
Im Bestand EL 228 b I Bü. 16 finden sich zum Friedhof Eppingen Belegungspläne und die Dokumentation Grabstein 1 bis 639  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1898390         

Literatur:   

bulletBuchEpp.jpg (73150 Byte)Dokumentation des Friedhofes Eppingen: Bischoff, Ralf und Hauke, Reinhard: Der jüdische Friedhof in Eppingen. Reihe: Rund um den Ottilienberg Bd. 5 (Hg. Heimatfreunde Eppingen). 1989.  

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Oktober 2013